ich möchte

Kunst machen

schlafen

im Meer schwimmen

tanzen

meditieren

sitzen

lesen

liegen

langsam gehen

ausruhen

entspannen

loslassen

ich kann das nicht so gut. sobald ich ein wenig Energie habe komme ich in einen „ich muss noch“ Modus rein.
Und überfordere mich masslos.
So wie heute.
Hatte in der Nacht Halsschmerzen und bin dann doch durch die Hitze die 5 km zum Strand gelaufen und war im Meer … bis dahin noch alles ok (naja, auch top much aber mir war noch nicht so schlecht). Auch das Sandwich kaufen (lecker) und essen am Meer war ok … und dann hätte ich sofort in den Schatten gemusst … aus mir im Nachhinein nicht erklärlichen Gründen bin ich in der Sonne geblieben und noch weiter gelaufen … mit einem viel zu schweren Rucksack, in der Mittagshitze, ohne Wasser …

zu spät habe ich mir einen Uber bestellt und bin zurück in mein Airbnb …Jetzt liege ich seit Stunden auf dem Bett mit Kopfschmerzen und Übelkeit …. Hello Sonnenstich …
Und ich verstehe es nicht.
Was treibt mich? Was in mir will immer wieder rennen? Wieso kann ich nirgendwo mal ankommen? Entspannen. So wirklich. Ich habe noch eine Körpererinnerung wie sich das anfühlt. Und ich will das wieder spüren.
Ausatmen. Statt Luft anhalten.
Mich sicher fühlen statt in hab Acht Stellung sein.
Loslassen ohne die Angst sofort wieder weg zu müssen.

Marseille … die zweite …

Ich bin seit Mittwoch in Marseille.

Auf der Fahrt hierhin bin ich mehrfach in Tränen ausgebrochen, aus einer Erschöpfung raus, die ich so noch nicht erlebt, erfahren, gespürt hatte. Und vielleicht auch aus einer Traurigkeit heraus. Einem Verstehen auf einem anderen level, einem Mitleid, und zwar dieses Mal für mich. Kein Selbstmitleid im deutschen sinne, sondern: self-compassion. Interessant wie die deutsche Sprache kein Wort dafür hat … wie passend auch.

Bis Baden-Baden und den Umstieg auf den TGV war ich wie neben mir, verzweifelt, so, dass ich nur nach Hause wollte, auf mein Sofa und da unendlich lange schlafen. Nur noch schlafen. niemanden mehr sprechen, nie wieder telefonieren mit Menschen die nur unterwegs mit nervigen Hintergrundgeräuschen telefonieren können, keine Messages mehr schreiben weil ich denke ich muss, einfach NICHTS.
leave me the fuck alone. Hört aus an mir zu zerren, ich habe nichts mehr zu geben.

Aber: ich sass in einem überfüllten, unterkühlten, grauen sehr deutschen ICE… Wie auf auto Pilot hatte ich es geschafft. mit Auto nach Prenzlauer Berg, dann zu fuss mit Rollkoffer über die Brücke zum Gesundbrunnen, Buch gekauft, und in den IcE gestiegen.

Am Tag davor war ich auf dem Weg aus Althüttendorf in ein Unwetter geraten. Die Autobahn war schwarz vor Regen, sehen konnte ich ausser dem Rücklicht des LKWs vor mir, nichts.
Nichts. Dass ich keine Panikattacke hatte war pure Überlebensstrategie.

Das hat mir die letzte Energiereserve die ich hatte gekostet.Ich wusste vorher nicht was es bedeutet alle zu sein. Fertig. k.o.

Nix mehr da. Nix mehr zu geben.

In Marseille angekommen, mit 45 Minuten Verspätung, Nachts bei 30 Grad, bin ich zu Fuss zu meinem Airbnb, weil ich zu erschöpft war mir einen Uber zu organisieren …Dann hoch 4 Etagen, Wendeltreppe.

Zwei Tage habe ich gebraucht bevor der Tunnelblick, die Übelkeit und das Wanken beim Gehen weg waren.

Ok bin ich noch immer nicht. Doch, so ein bisschen.

Aber ich habe keine Angst mehr nicht mehr wach zu werden wenn ich schlafe …

Schwimmen im offenen Meer von einem Boot aus hat geholfen.

Kontakt mit Fremden hat geholfen.

Merken was ich mir entsage um zu gefallen tut weh und hilft. Und damit aufhören hilft.
Ich bin wütend. Das ist gut. Und ich weine. Ein anderes Weinen. Es ist wichtig zu weinen. Ich muss weinen. Ich habe viel worüber ich weinen kann und endlich mal sollte.

Bücherläden voller junger Menschen die sich für Literatur interessieren helfen.

Lesen hilft.

Ich identifiziere mich das erste Mal seit mehr als einem Jahr, nein, seit Jahren, wieder mit dem Wort Künstlerin.

Denn das bin ich.
Noch immer. Wieder.
Ich hatte mich verloren.

Ich bin wieder auf der Suche. Dieses Mal nach mir.

Und: Wenn ich Dir dabei zufällig begegne ich das schön.
Wenn nicht dann ist das so.
Ich möchte mich nie wieder so verlieren. für niemanden.

 

 

Lonley

Ich habe mich selten einsamer und trauriger gefühlt als heute.

etwas ist gar nicht ok und ich weiss nicht was …

urlaubsreif …

… dankbar für meine Gesundheit …
und für so vieles mehr …

Das Leben ist echt nicht langweilig gerade, und Vieles ist schön und dann passiert wieder etwas, was mich ganz schön traurig macht und meine Perspektive ändert …
C. wieder mit „kleinem“ Schlaganfall im Krankenhaus .. seit Samstag …
Ich habe nichts Schlaues dazu zu sagen …
Nur sehr viel Traurigkeit und Mitgefühl.

ich spüre …

… mich wieder.
Und auch die Erschöpfung die sich langsam in eine Müdigkeit verwandeln darf …
Es ist nicht Alles super … und: es geht mir besser seit gestern, seit meinem länger draussen sein, seit dem handy weglegen, seit dem wieder schreiben, seit dem wieder Zeichenstifte in die Hand nehmen, seit dem mich auseinander setzten wagen mit dem was in mir ab geht, seit Monaten, seit dem Reden, seit dem ehrlich sein, seit dem versuchen Intuition und Angst auseinander zu halten …

Und: ich war beim Frisör und sehe seit heute auch wieder besser aus 😉

 

und jetzt …

das Wachwerden mit einem Gefühl von „dread“, zugeschnürter Magen, Tränen in den Augen, schweres Herz. Seit 14 Tagen geht das jetzt schon … es ist schlimmer geworden, nicht besser. Schlimmer als die Jahre vorher, nicht besser, und dann dreht sich die Angstmühle .. wenn es schlimmer geworden ist, bedeutet das denn dass es auch schlimmer ist, dass was Schlimmes passiert ist oder passieren wird, und dann geht es mir noch schlechter … Der Zugang zur Realität, der wird damit immer mehr versperrt …

Ja, ich habe Angst, Verlustangst, ja, ich vermisse S und habe immer angst, dass sie aus irgendeinem Grund nicht wiederkommt, ja, das kein Kontakt haben dürfen triggert so eine krasse tiefe Ur-Angst in mir, dass ich es nur „aushalten“ kann, nicht aber damit leben kann, und ja, ich habe es selbst so verkackt wie es nur geht … und komme da ohne ihre Hilfe nicht raus. Und die bekomme ich erst Anfang August. Es ist eine Tortur. Und ich kämpfe.
Und jeden Abend bin ich an dem Punkt an dem es besser wird und dann werde ich müde und muss ich schlafen und dann gehen die Alpträume los und werde ich wieder in dem Horrorrzustand wach aus dem ich mich stundenlang raus kämpfen versuche …
Es ist zermürbend.

Und dann kommt das Gewissen, das sagt: aber du hast doch alles, es ist doch alles gut …
Und: das ändert leider so gar nichts in mir … nur, dass ich noch mehr Angst bekomme, noch mehr mich schlecht und schuldig fühle …
Ich brauche Kontakt, sonst wird das nichts …

heute …

… ist meine Seele nicht ok.
Ich bin traurig. Sehr traurig. Ich bin müde und traue mich nicht zu schlafen, da die verdammten Alpträume wieder da sind. Und nicht schlafen macht mich am Tag zum Trauma-zombie.
Die Realität hält nicht, ich drifte ab in die emotionalen Flashbacks und habe das Gefühl zu ertrinken. Eine Art von Klaustrophobie, eine Abtrennungsangst …
Ich brauche Sonne, liebe Menschen, Gesellschaft, eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit … und gleichzeitig Freiheit und Luft …

Mich belastet so viel gerade und ich habe keinen Ort wo ich es bearbeiten kann … ich vermisse S so krass, und habe solche Verlustängste … und die Scham und die Verzweiflung, dass es wieder so ist. Wieso habe ich mich hier wieder rein geritten und wieso komme ich nicht raus. wieder nicht.

Es ist eine Entscheidung …

… jeden Tag wieder.
Weiter mich zu suchen, weiter die Panik und die Angst und das Vermissen und die Gedankeloops auszuhalten … und weiter zu machen, raus zu fahren, in den See schwimmen zu gehen, manchmal geht nur das: auto fahren, See schwimmen, gehen. Manchmal geht mehr.
Viel „es tut mir leid“ in mir, was ich nicht kommunizieren kann, und es dann in mir stecken bleibt, weil ich nicht weiss ob es ankommt, dann wieder die Entscheidung zu vertrauen, dass „alles gut ist“, die Gedanken weg halten vor dem was an Trauma-erinnerung hoch kommt, die hochkochende Panik, die Angst, die Verluatangst. Und dann die Scham, dass es so ist. Wieder. Und dann: merken, dass etwas einfach nicht verarbeitet ist, so gar nicht. Und dass es Kommunikation bedarf, auseinander setzten, und dass das erst in 5 Wochen einen Platz haben kann …
Die Entscheidung, immer wieder, es zur Seite zu packen, auch wenn es nicht so oft gelingt, zu vertrauen dass es ok ist loszulassen.
Und dann die Liebe wieder spüren und das Vermissen  …

Und zu vertrauen, dass Alles gut ist wie es ist.